Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Drs. med. Hans-J. Herr, Carmen Ramm u. Martin Wetzel

Fachärzte für Allgemeinmedizin

Corona-Impfung: Ja oder nein?

Es gibt keine Impfpflicht, die Impfung ist und bleibt eine höchstpersönliche Entscheidung.

Jedoch sollte dabei bedacht werden (vielleicht noch mehr als bei allen anderen Impfungen), dass wir mit der Impfung nicht nur uns selbst „in persona“ schützen, sondern auch unser privates und berufliches Umfeld und schlussendlich die gesamte Gesellschaft! Denn nur wenn sehr viele Menschen sich impfen lassen, können wir auch schnell die sogenannte Herdenimmunität gewinnen. Solange die nicht erreicht werden wird, kann die Pandemie nicht entscheidend beendet werden!

Rund um das Thema Impfung gibt es leider -immer noch- viele Fehlinformationen bis hin zu Verschwörungsmythen. Aufklärung und Information sind von großer, entscheidender Bedeutung und müssen deswegen jetzt „offensiv“ -auch über die Arztpraxen hinaus- angeboten werden. Alle Ergebnisse zur Impfung an sich, zu den Impfstoffen und auch zu den Impfstoffstudien werden publiziert und sind öffentlich abrufbar. Man kann das beispielsweise beim Paul-Ehrlich-Institut, oder beim RKI oder auch im „New England Journal of Medicine“ nachlesen. Das sind deutlich seriösere Quellen als Telegram, Whatsapp oder Facebook!

Eine Impfung rettet Leben! Wer sich impfen lässt, schützt die eigene Gesundheit und die anderer dazu. Deshalb ist die Impfung auch ein solidarischer Akt.  Der Gesetzgeber hat -auch zu Pandemiezeiten- entschieden, keine Impfpflicht zu beschließen. Denn jede Impfung ist ein körperlicher Eingriff und die Entscheidung dafür oder dagegen muss jede und jeder höchstpersönlich und eigenverantwortlich für sich und selbst treffen. Die Corona-Impfverordnung regelt ausschließlich ein Recht auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.
Mit Rekordtempo sind Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt worden. Vier Mittel sind in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland bereits zugelassen und werden seit Ende 2020 verimpft – die der Pharmaunternehmen BioNTech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca.
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt den AstraZeneca-Impfstoff ausdrücklich für Menschen über 60 Jahre. Für Jüngere ist er aber nicht kontraindiziert, kann also bei ausdrücklichem Wunsch auch verimpft werden. Wir orientieren und halten uns an diese Richtlinien, die wir fortlaufend im Blick haben und beobachten, und werden entsprechend der STIKO-Empfehlungen beraten und verfahren. Dass sich die Fakten- und Erkenntnislage immer wieder ändert, ist kein Zeichen von Chaos, sondern Teil eines wissenschaftlichen Verfahrens und spricht für die Qualität des Umgangs mit den Daten. Wir beobachten die Entwicklungen und haben die Situation im Blick, um dann immer auch zeitnah nach dem jeweiligen Wissens- und Sachstand reagieren und handeln zu können.
Die Meldungen zur sogenannten Sinusvenenthrombose im Zusammenhang mit der Impfung mit AstraZeneca-Impfstoff sind verständlicherweise beunruhigend. Das darf nicht verharmlost und als wenig bedeutsam abgetan werden. Aber es gibt keinen Anlass, deswegen in Panik zu geraten.  Wir reden hier über eine extrem seltene Erkrankung, die als Nebenwirkung im Zusammenhang einer Impfung mit dem CoViD-Impfstoff von AstraZeneca vermutet werden muss.  Aufgrund der Häufung der bislang beobachteten Fälle war es auch mehr als richtig, dass hier reagiert und die Impfempfehlungen angepasst wurden – das gilt im Übrigen für alle Impfstoffe gegen SARS-CoViD-2 – auch da stehen wir wissensmäßig noch ziemlich am Anfang.
ABER: Jede nicht durchgeführte Impfung stellt ein sehr viel höheres Risiko dar, als eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca.
Der Impfstoff wird aus unserer Sicht vor allem -leider- schlechtgeredet. Wir befürchten, dass die ganze Debatte um diese sehr seltene Nebenwirkung einen großen Schaden anrichtet. Denn wir verlieren die großen Risiken einer Corona-Infektion und ihrer Folgen aus den Augen. Das fühlt sich an wie „Es brennt, aber die Feuerwehr will ich nicht zu Hilfe holen …..“
Der AstraZeneca-Impfstoff hat zu Unrecht einen schlechten Ruf, wie neue Daten aus Großbritannien zeigen. Dort wurden neue wissenschaftliche Auswertungen zur Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes erstellt. Die Probanden stammen dabei aus allen Bevölkerungsgruppen. „Die Daten aus Großbritannien belegen sehr eindrücklich, dass der Impfstoff auch bei älteren Menschen sehr gut wirkt“, sagt Bernd Salzberger, Infektiologe an der Uniklinik Regensburg und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie.
Die Gesellschaft für Infektiologie hatte Anfang März die Anwendung des AstraZeneca-Impfstoffes in höheren Altersgruppen gefordert. „Die Daten zeigen, dass der Impfstoff der Krankheit sehr gut vorbeugt“, so Salzberger. Bereits nach drei Wochen soll sich eine Schutzwirkung gegen schwere Covid-19-Verläufe zeigen.  Und eine neue Studie aus Schottland zeigt eindrücklich, dass der AstraZeneca-Impfstoff Krankenhaus-Einweisungen nach der ersten Dosis sogar besser verhindern kann als der BioNTech-Impfstoff.

Menschen, die sich die Frage stellen, ob sie sich überhaupt gegen das Coronavirus impfen lassen sollen, empfehlen wir eine persönliche Risikoabschätzung zu machen: wie wahrscheinlich ist ein schwerer Verlauf bei einer Infektion und wie wahrscheinlich sind negative Auswirkungen durch die Impfung?
Jeder von uns muss sein persönliches, individuelles Erkrankungsrisiko gegen ein sehr viel geringeres, aber nicht ausgeschlossenes Impf-Risiko abwägen.

Wir sollten dabei ehrlich zu uns sein und akzeptieren, dass wir im Leben ständig (und durchaus auch großen) Risiken ausgesetzt sind („Leben ist immer lebensgefährlich“ hat Erich Kästner einmal geschrieben).  Wir sollen, können und müssen immer irgendwelche Risiken (so sie sich im Rahmen halten natürlich) eingehen, um ein normales Alltags-Leben führen zu können - so schlimm diese auch für die wenigen Betroffenen dann tatsächlich auch sein mögen.
Wir machen das ständig, tagtäglich: nur machen wir es uns nicht so bewusst: man kann bei der Ausübung des Sports verunfallen, im Straßenverkehr zu Schaden und ums Leben kommen, durch "ungesunde" Lebensweise krank werden und dauerhafte Schäden bekommen, usw.

Dabei wird schnell deutlich, dass die Impfung immer gewinnt, in allen Altersklassen.
Das Risiko, irgendeinen Schaden durch die Impfung zu nehmen, ist sehr viel geringer als das Risiko durch die Coronavirus-Infektion. Zumal wir wissen, dass auch viele Infizierte, selbst wenn sie wieder genesen, teilweise noch unter erheblichen Langzeitfolgen durch die Infektion leiden.

Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: Lassen Sie sich auf jeden Fall impfen, sobald das möglich ist!  Wir halten alle zugelassenen Impfstoffe für wirksam, vor schweren Verläufen einer CoViD-Erkrankung  und vermutlich sogar vor einer Infektion zu schützen. 
Und wenn Sie die Wahl haben, entweder jetzt einen Schutz zu erhalten oder noch Monate auf einen mRNA-Impfstoff zu warten, dann sagen wir: Nehmen Sie einfach den zugelassenen Impfstoff, den Sie kriegen können.

Praxis Hornberg

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