Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Drs. med. Hans-J. Herr, Carmen Ramm u. Martin Wetzel

Fachärzte für Allgemeinmedizin

Vor Fernreisen rechtzeitig an Impfschutz denken

Nebel und grauen Himmel mit sonnigem Strand vertauschen – ein Wunsch, den sich immer mehr Bundesbürger erfüllen. In gutem Vertrauen auf eine Medizin, die heute fast alles heilen kann, und nicht immer guten Ratschlägen von Reiseveranstaltern, dass keine Impfungen oder Schutzmaßnahmen erforderlich sind, wird das Flugzeug bestiegen. Lassen Sie Ihren Urlaub nicht zum Alptraum werden, sondern nutzen Sie die Chance und lassen sich vorher von Ihrem Arzt reisemedizinisch beraten!

Infektionskrankheiten lauern quasi vor der Haustür
Dabei lauern die Gefahren nicht nur in tropischen oder subtropischen Ländern, es beginnt schon hinter der deutschen Grenze. Ob Diphtherie im früheren Ostblock, Hepatitis auf dem Balkan und in Südeuropa, Typhus in Nordafrika oder die in Ungarn, Österreich, Skandinavien und im Baltikum durch Zecken übertragenen Infektionen, die Gefahr, eine Infektionskrankheit als Reisesouvenir mit nach Hause zu bringen, ist größer als viele Reisende denken.

Schon ein kurzer Trip in ein Risikogebiet ohne entsprechenden Schutz kann eine schwere oder sogar tödliche Infektionskrankheit nach sich ziehen. Am Urlaubsort warten aber nicht nur exotische Krankheitserreger, sondern auch altbekannte Infektionskrankheiten wie Tetanus, Diphtherie oder Kinderlähmung, deren Gefahren leicht unterschätzt werden. Bei allen Infektionskrankheiten bietet eine Schutzimpfung nach wie vor die beste Gewähr, gesund wieder nach Hause zu kommen. Zusätzlich helfen am Urlaubsort oft einfache Verhaltensregeln, lästige Durchfälle oder gar lebensgefährliche Erkrankungen zu vermeiden. Der Reisende sollte deshalb nichts essen oder trinken, was nicht gekocht oder geschält ist.

Zur besonders anfälligen Gruppe der Reisenden zählen Kinder und Senioren. So schaden selbst geringe Flüssigkeitsverluste Kindern mehr als Erwachsenen. Kinder vertragen auch nicht alle Impfstoffe. Ältere Menschen sind durch den Immundefekt im Alter wesentlich anfälliger. Bei Kindern und älteren Menschen sollte daher neben den erforderlichen Reiseschutzimpfungen auch besonderer Wert auf die vorgesehenen Standardimpfungen gelegt werden. Für Säuglinge und Schwangere ist wegen der besonderen Gefährdung eine Tropenreise generell nicht ratsam.

Der Hausarzt berät
Ihrer Gesundheit zuliebe sollte bei der Urlaubsplanung nicht nur die Beratung im Reisebüro auf dem Plan stehen, sondern auch der Besuch bei Ihrem Hausarzt. Der Hausarzt berät Sie nicht nur über erforderliche Reise- und Standard-Schutzimpfungen und kennt die aktuellen Impfvorschriften, er ist auch über die Infektionsgefahren in anderen Ländern informiert und kann Ihnen wertvolle Tipps und Verhaltensmaßnahmen mit auf den Weg geben. Und auch eine Untersuchung nach der Rückkehr kann sinnvoll sein, insbesondere wenn längere Zeit unter einfachen Bedingungen gereist wurde.

 

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