Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Drs. med. Hans-J. Herr, Carmen Ramm u. Martin Wetzel

Fachärzte für Allgemeinmedizin

Pro und Kontra – Soll man Kinder jetzt gegen das Coronavirus impfen lassen?

Die Bundeskanzlerin hat nach dem Treffen mit den MinisterpräsidentInnen der Länder am 27. Mai 2021 erklärt, dass sich nun auch die Eltern von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren um einen Impftermin ab dem 7. Juni bemühen können. Im Klartext: Eltern können ihre 12-Jährigen ab dem 7.Juni gegen Covid-19 impfen lassen. Es wird allerdings -entgegen aller bisherigen Ankündigungen und Versprechungen- nicht mehr BioNTech-Impfstoff geben, nur weil am 7. Juni die Priorisierung für alle aufgehoben wird und sich jetzt auch Kinder ab 12 Jahren für einen Impftermin „anstellen“ können!

Merkel verwies auf die Ständige Impfkommission (StIKo), die nach der EMA-Zulassung eine Empfehlung für die Impfung aussprechen wird. In den USA ist der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer bereits für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Bisherige Studien weisen auf eine hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des BioNTech/Pfizer Impfstoffes bei Kindern hin. Trotzdem ist die Ständige Impfkommission (StIKo) in Deutschland einer Impfung bei Kindern gegenüber skeptisch.

Auch die Hersteller Johnson und Johnson, AstraZeneca und Moderna haben Studien gestartet, in denen die Wirksamkeit ihrer Impfstoffe bei Kindern getestet wird. Vor dem Sommer werden aber aller Voraussicht nach keine validen Ergebnisse dazu vorliegen.

Wir sind erstaunt darüber, dass bereits bevor überhaupt ein Corona-Impfstoff für Kinder freigegeben war, heftig darüber diskutiert wurde, ob Kinder überhaupt geimpft werden sollten. Nachdem jetzt die EU-Arzneimittelbehörde EMA am 28. Mai 2021 dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer eine -erwartete- Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren erteilt hat, wollen wir nachfolgend – entsprechend dem gegenwärtigen Erkenntnisstand- dazu informieren: Was spricht dafür, was dagegen?

Es ist verständlich, dass Eltern sehr um den Schutz ihrer Kinder besorgt sind. Deshalb ist es grundsätzlich wichtig und richtig, Kinder zu impfen!

Bei den an Kindern bislang so wenig erprobten Impfstoffen ist aus unserer Sicht allerdings zunächst ebenso richtig, jetzt nichts zu überstürzen, nur weil ein Impfstoff jetzt freigegeben wurde und damit die Urlaubspläne gesichert scheinen.

Die Studienlage zu den Corona-Impfungen an Kindern ist bislang noch nicht gerade üppig, und die WissenschaftlerInnen können nicht mal „eben auf die Schnelle“ weitere aussagekräftige Untersuchungsergebnisse hervorzaubern, nur weil sich das manche PolitikerIinnen jetzt wünschen.

Wir wollen sehr sicher sein, um Eltern guten Gewissens zu raten, ihre Kinder gegen SARS-CoV-II impfen zu lassen. Und sie müssen einen eigenen Nutzen davon haben, wenn sie geimpft werden – denn das Risiko schwer an COVID zu erkranken ist bei Kindern sehr gering. Deshalb darf das Risiko durch eine Impfung ebenfalls nur „klitzeklein“, quasi gleich null sein. Da man das aktuell noch nicht ganz sicher sagen kann, darf man das jetzt auch nicht überstürzen. StIKo-Präsident Thomas Mertens hat erklärt, dass er vor allem die Impfung von Kindern mit Vorerkrankungen als sinnvoll betrachtet. Die Expertenrunde will dazu bis Mitte Juni Empfehlungen erarbeiten.

Wir werden uns weiterhin, wie viele Kolleginnen und Kollegen in Haus- und Kinderarztpraxen auch, in erster Linie an diesen Empfehlungen der StiKo orientieren und zunächst keine Kinder und Jugendliche unter 18 in der Praxis impfen.

Es müssen an erster Stelle weiterhin die Menschen geimpft werden, die durch das Virus selbst sehr stark gefährdet sind und somit auch selbst den größten Nutzen von einer Impfung haben. Das sieht auch die Weltgesundheitsorganisation so.

Natürlich wollen auch wir das das langfristige Ziel einer Herdenimmunität in der Bevölkerung möglichst schnell erreicht wird. Dazu müssen wir auch schnell viele impfen wichtig, egal wie alt. Allerdings reicht u.E. die Herdenimmunität allein reicht nicht aus als Argument, um Kinder und Jugendliche zu impfen. Es geht immer auch -und an erster Stelle- um eine Risiko-Nutzen-Abwägung für die Geimpften selbst und die sieht bei Kindern eben anders aus als bei Erwachsenen. Die Sicherheit der Impfungen bei Kindern ist wichtiger als der passive Schutz von Erwachsenen. Und weil die meisten Kinder die Entscheidung „impfen ja oder nein“ nicht selbst treffen (können), muss es aus unserer Sicht umso wichtiger sein, dass diese eben einen erwiesenen Vorteil von einer Corona-Impfung haben.

Wenn alle ErzieherInnen, LehrerIinnen, JugendbetreuerInnen in den Vereinen und vor allem auch die Eltern, die ständig engem Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, zügig geimpft werden, dann gibt es aus medizinischer Hinsicht keine zwingenden Gründe für die übereilte Impfung bei gesunden Kindern und Jugendlichen. Und es bleibt Zeit, um weitere Studienergebnisse abzuwarten und dann -hoffentlich- ein sicheres Impfangebot für Kinder und Jugendliche machen zu können.

Praxis Hornberg

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